Albert Vigoleis Thelen

 
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• 24.09.2022 Neue Texte von Thelen entdeckt
· 23.11.2021 Thelens "Insel" als E-Book erschienen
· 31.12.2020 Thelen stellt Musil und Thomas Mann in den Schatten
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· Neue Texte von Thelen entdeckt

24.09.2022

Mit dem Wort „Sensation“ sollte man vorsichtig umgehen. Wer es inflationär verwendet, nimmt ihm seine Bedeutung. Aber was der Viersener Ingo Sprenger kürzlich entdeckte, kann man durchaus als Sensation bezeichnen.

Angeregt durch einen Newsletter des Vereins für Heimatpflege e.V. Viersen stieß Sprenger auf www.zeitpunkt.nrw, ein Portal über historische Zeitungen aus Nordrhein-Westfalen. Von Hause aus Chemiker, aber dem Werk Albert Vigoleis Thelens sehr zugetan, gab er die entsprechenden Stichwörter in die Suchfunktion ein und fand, was bislang noch kein Thelen-Forscher gefunden hatte: Drei unbekannte und sehr frühe Artikel von Thelen!

Der älteste, „Aus der Frühzeit des deutschen Generalanzeigers“, erschien gleich in zwei Zeitungen. Am 27.101928 im „Solinger Tageblatt“ und am 26.11.1928 im „Kölner Lokal-Anzeiger“. Thelen schreibt über die sogenannten „Intelligenzblätter“ des 17. und 18. Jahrhunderts, die im Grunde Anzeigenblätter waren und er präsentiert einige durchaus unterhaltsame Beispiele von Heirats-, Todes- und anderen Anzeigen, etwa die eines Metzgers in Versform. Grundlage für Thelens Interesse und seine Kenntnis der frühen Zeitungslandschaft war seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der internationalen Zeitungsausstellung „Pressa“, die 1928 in Köln stattfand.

Der zweite Artikel erschien am 20.3.1930 im „Rheinischen Volksblatt“. Es ist die kurze Erzählung „Der Hausfreund“ (84 Zeilen). Man kann den Text als Jugendsünde Thelens bezeichnen, die Qualität seiner späteren Werke erreicht er nicht. Am ehesten vergleichbar ist er mit seiner frühen Erzählung „Sargmacher Quirinus“, die, ebenfalls 1930, in Heft 10 der Monatsschrift „Der Türmer“ erschien und von der sich Thelen in einem Gespräch (1983) distanziert hat.

Der bedeutendste Fund ist ohne Zweifel der Artikel „Spanische Abziehbilder“, der am 26.11.1931 im „Rheinischen Volksblatt“ erschien. Thelen berichtet von Erlebnissen in Spanien, die man als authentisch bezeichnen kann, denn er lebte bereits seit dem 1. August 1931 auf Mallorca. Aufhorchen lässt insbesondere das Ende des Beitrags, in dem Thelen schreibt, ihn interessierten nicht so sehr die touristischen Attraktionen des Landes, sondern: „Mich reizt das zweite Gesicht deines Sonnenlandes, das ich vorerst nur erahne. Denn das weiß ich sicher: es gibt noch ein anderes Spanien als das der Cookprospekte.“
Dieses „zweite Gesicht“ wird Thelen 22 Jahre später ausführlich präsentieren, in seinem Hauptwerk „Die Insel des zweiten Gesichts“.

Danke für Ihre bedeutenden Funde, Ingo Sprenger!

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