Albert Vigoleis Thelen

 
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· Offener Brief

27.06.2011

Herta Müller fordert Exilmuseum und verweist u.a. auf Thelen

Wenn Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller von Exil spricht, weiß sie als Rumäniendeutsche, wovon sie redet. Jetzt fordert Müller in einem Offenen Brief an Angela Merkel (http://www.faz.net/artikel/C30437/deutsche-kulturpolitik-erinnert-ans-exil-30446829.html) ein „Museum des Exils“ – eine Initiative, die man vorbehaltlos unterstützen kann.

Interessant für uns ist, daß sich Herta Müller in ihrem Brief explizit auf den Emigranten Albert Vigoleis Thelen bezieht, der, so Müller, „sich von den Dagebliebenen unter den Champions der Gruppe 47 nach dem Krieg sagen lassen mußte, er passe nicht in die zeitgemäße Literatur“.

Damit unterstreicht auch Herta Müller, wie singulär Fritz J. Raddatz seine Meinung beanspruchen darf, Thelen sei kein Emigrant gewesen. In einer Rezension der Thelen-Briefe schrieb Raddatz: „Albert Vigoleis Thelen war kein Emigrant, er lebte nicht im Exil. Er war lange vor der sogenannten ‚Machtergreifung’ in den warmen und billigeren Süden gezogen; er lehnte zwar die Nazis ab, die schon mal ‚Gesindel’ genannt werden - aber weder hat er sie publizistisch noch irgendwie anders bekämpft.“ (http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article12169162/Albert-Vigoleis-Thelen-oder-das-Mirakel-der-Selbstzeugung.html)

Nicht publizistisch bekämpft? Da hat Raddatz schlecht recherchiert. Denn Thelen rezensierte von 1934–1940 in der niederländischen Zeitung „Het Vaderland“ die Werke verfolgter und aus Deutschland verjagter Schriftsteller. Und zwar nachdem das dem bisherigen Rezensenten für deutsche Literatur, Dr. Friedrich Markus Hübner, zu gefährlich geworden war. Peinlich für Raddatz: Die Rezensionen sind als Buch unter dem Titel „Die Literatur in der Fremde“ (1996) erschienen. Und gehören dringend auch in jenes vorn Herta Müller geforderte Exilmuseum.

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